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Festival

Seit 1997 konzipiere, organisiere und führe ich das internationale Erzählfestival „Zwischen-Zeiten“ in Aachen und Umgebung durch. Jährlich kommen international bekannte Erzählkünstler und Musiker aus der ganzen Welt hier in Aachen zusammen, um gemeinsam zu einem bestimmten Thema 4 Tage und Nächte zu gestalten.

Neben zahlreichen Veranstaltungen an den unterschiedlichsten Orten: ein Museum für zeitgenössische Kunst, Kirchen, Parks, Schlössern, Mühlen, ehemalige Fabriken, gehört zu dem Festival die Schule des Hörens. Hier gehen die Künstler mit ihren Muttersprachen in die verschiedensten Schulformen in Aachen, den Kreis, in die Niederlanden und Belgien, hier lauschen rund 2000 Kinder und Jugendliche den Erzählungen oder diskutieren miteinander. Workshops zur Weiterbildung und Nachwuchsförderung von Erzählern gehört ebenfalls zu „Zwischen-Zeiten“, das seinen Namen von der Jahreszeit ableitet, in der es seit mehr als 15 Jahren stattfindet: Samhain oder Halloween. Näheres finden Sie jedes Jahr unter www.maer.de


Impressionen Erzählfestival 2013






19. Internationales Erzählfestival
Zwischen-Zeiten vom 1. - 4. Oktober 2015

"Material"
Geschöpftes Gestaltetes Geschaffenes




Ein neues Bein erhält die alte Triologie: Mutter Erde, Natur, Mensch! Aus Dreieck wird Quadrat! Das Geschaffene, Gestaltete, Geschöpfte wird erzählerisch betrachtet und räumlich geachtet.

Das Festival dreht sich somit um Gegenstände: ihre Wertschätzung oder Missachtung, ihr Vorhandensein im täglichen Umfeld, ihre Rolle in der Welt der Menschen, der Natur, der Erde.

Wie war es in vorigen Jahrhunderten, wo ein Schlafzimmer über Generationen hinweg vererbt wurde? Geschätzt nicht nur wegen seines immateriellen und materiellen Wertes, sondern auch weil es nicht so viel davon gab. Wie sehen wir es heute? Welche Wichtigkeit spielt das Material in einer Zeit, wo wir davon umgeben sind, wo es jederzeit produziert werden kann, wo der Sperrmüll überquillt?

Ab wann hat das Material eine eigene Stimme? Schon immer oder erst später? Gibt Hans Christian Andersens Zinnsoldat einen Hinweis oder „The Velveteen Rabbit“. Beides Gegenstände (Spielzeug), denen Leben eingehaucht wird. Sie werden zu selbständigen Akteuren. Wald Disney greift es in seinen Märchenfilmen mit sprechendem und tanzendem Geschirr auf. In Hollywood können seit Jahrzehnten R2D2, RPO Freunde sein. Geben Mythen und Epen einen Hinweis?

Wir sind umgeben von einer Materialfülle, zu denen nicht zuletzt Computer, Handys, Roboter und künstliche Intelligenz gehören. Dinge, ohne die wir uns unser Leben nicht mehr vorstellen können. Gegenstände, auf die wir auch angewiesen sind, ohne die wir kaum noch auskommen können oder wollen. Ist es nur eine Art Hilfsmittel – eine Erweiterung unseres Selbst oder ist daraus inzwischen etwas Selbständiges, etwas Eigenes geworden?

Wie gehen wir damit um? Was können uns alte und neue Geschichten, Märchen, Erzählungen dazu sagen? Was macht eine Stradivari zu einer Stradivari? Das Material? Der Holzhacker? Der Musiker? Alles? Wie fühlt sich ein Langstreckenläufer in den von Wissenschaftlern hergestellten Schuhen? Drückt ihn der Schuh noch? Was ist mit den alten Redewendungen, den Sprichwörtern, den Geschichten? Müssen wir neue erfinden, alte ergänzen bzw. weiterführen?

In diesem Festival geht es um viele Fragen. Erzähler, Musiker, Wissenschaftler begeben sich auf Spurensuche, die zu den verschiedenen Kulturen, Religionen, Philosophien, Epochen führt.

Wir wollen das Material zu Worte kommen lassen. Ihm unsere Stimmen verleihen und sehen, wie es sich ausdrückt, ob sich hier altes und gegenwärtiges verbindet und etwas anderes entsteht.

Die Räumlichkeiten werden die in Worte gefassten Geschichten widerspiegeln. Die Geschäfte in der Annastraße werden bespielt: in dem Wollladen, dem Provence Geschäft, beim Instrumentenbauer, dem Bilderverkäufer werden Erzähler Geschichten und Märchen zu den sie umgebenen Dingen erzählen, bevor die Lange Nacht an Bistrotischen in einer Glashalle stattfindet.

Weitere Orte werden die Musikhochschule, der Lehrstuhl für Informatik, die Barockfabrik, das Couven-Museum und die Obermühle in Horbach sein. Im alten Tuchwerk in der Soers wird ein Ceiligh mit Balladen, Tanz und Geschichten u.a. zu den Webern das Festival beenden.

Die Zusammenarbeit mit der RWTH „Tales and science“ erfährt eine Erweiterung. Bei den Architekten könnte der Dialog mit Wissenschaftlern und Geschichtenhütern stattfinden. Wobei Professoren der Metallurgie, oder des Maschinenbaus und der Philosophie auf keeper treffen werden.

Der Workshop von Daniella, Kunsthistorikerin und Erzählerin, zur Symbolik in Stein und Bild wird in den Räumlichkeiten des Centre Charlemagne stattfinden.

Die Schule des Hörens wird sich mit Schülern in Bibliotheken und Schulen der Städteregion und in den Niederlanden dieser Thematik stellen. Hier stehen Erzählungen und Gespräche im Vordergrund.

17 namhafte internationale Erzählkünstler, Musiker und Wissenschaftler werden gemeinsam mit dem Publikum: Kinder, Jugendliche, Schüler, Studenten, Professoren, Senioren und die allgemeine Öffentlichkeit, das Thema umkreisen und beleuchten.

Regina Sommer